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KI verändert die IT – Fachkräfte bleiben trotzdem gefragt

In Deutschland fehlen weiterhin 79.000 IT-Fachkräfte. Gleichzeitig hält KI zunehmend Einzug in IT-Abteilungen und verändert Aufgaben, Berufsbilder und Kompetenzanforderungen. Eine neue Studie zeigt: Einen massenhaften Abbau von IT-Jobs durch KI erwarten die meisten Unternehmen nicht.

Frau vor dem PC

Bild: Pexels - Pixabay

Weiterhin großer Bedarf an IT-Fachkräften

Rund 79.000 IT-Fachkräfte fehlen aktuell in Deutschland. Das zeigt die neue Studie des Digitalverbandes Bitkom „Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte", die auf zwei repräsentativen Unternehmensbefragungen basiert. Zwar hat sich damit die Zahl der unbesetzten IT-Stellen im Vergleich zu 2023 fast halbiert, dennoch bleibt die Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt angespannt. 78 Prozent der Unternehmen beobachten einen Mangel, 76 Prozent erwarten eine weitere Verschärfung. Besonders gesucht sind Fachkräfte für IT-Administration, Softwareentwicklung, Cloud-Infrastruktur sowie IT-Sicherheit und Data Science. 97 Prozent der Unternehmen mit offenen IT-Stellen berichten von Schwierigkeiten bei der Besetzung – meist fehlen aktuelle technologische Kenntnisse oder passende Soft Skills.

KI im IT-Einsatz – aber ohne größere Jobve/rluste

42 Prozent der Unternehmen setzen KI bereits in der IT ein, weitere 36 Prozent planen dies. Genutzt wird sie vor allem im Wissensmanagement, bei der Informationssuche sowie in IT-Sicherheit und Datenanalyse. Massenhafte Stellenstreichungen bleiben bislang aus: 85 Prozent der Unternehmen mit KI-Einsatz haben keine IT-Stellen abgebaut, nur 10 Prozent taten dies vereinzelt. Auch für die Zukunft rechnen 65 Prozent nicht mit einem Rückgang von IT-Stellen durch KI.

Neue Kompetenzen gefragt

Die Anforderungen an IT-Fachkräfte verändern sich dennoch. 74 Prozent der Unternehmen erwarten eine wachsende Bedeutung der strategischen Steuerung von KI. 63 Prozent gehen davon aus, dass KI-Kenntnisse künftig in allen IT-Berufen nötig sind. 61 Prozent rechnen mit einem höheren Stellenwert kontinuierlicher Weiterbildung. Klassische Routine- und Einstiegsaufgaben könnten dagegen wegfallen, während neue Tätigkeitsfelder entstehen.

Unternehmen setzen auf Weiterbildung und neue Zielgruppen

Um den Fachkräftebedarf zu decken, setzen Unternehmen vor allem auf Weiterbildung, Kooperationen mit der Agentur für Arbeit und Hochschulen. 15 Prozent fördern gezielt Frauen für IT-Berufe, weitere Maßnahmen richten sich an Quereinsteiger*innen und ältere Beschäftigte.

Forderungen an die Politik

Neben eigenen Maßnahmen wünschen sich die Unternehmen mehr Unterstützung. 64 Prozent sehen in einer wöchentlichen statt täglichen Höchstarbeitszeit eine Möglichkeit, den Fachkräftebedarf besser zu decken. Eine stärkere Förderung der Fachkräfteeinwanderung fordern 58 Prozent, 52 Prozent sprechen sich für den Erhalt der Vertrauensarbeitszeit aus.

Auch im Bildungsbereich sehen die Unternehmen Handlungsbedarf: 47 Prozent wünschen sich eine stärkere Rolle der Hochschulen in der beruflichen Weiterbildung. 46 Prozent fordern ein bundesweites Pflichtfach Informatik. Eine bessere Berufsorientierung an Schulen sowie eine frühzeitige Förderung von MINT-Kompetenzen werden ebenfalls als wichtige Maßnahmen genannt.

Zur Studie des Bitkom: „Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte", (09/2026)