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Studie zeigt deutliche Lücke bei KI-Nutzung: Frauen nutzen KI seltener

Mit der zunehmenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt wächst eine neue geschlechtsspezifische Lücke: der sogenannte Gender AI Gap. Das zeigt die neue Studie „Digital Gender Gap – Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz“ des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und der Initiative D21.

KI erstellt (Bing Image Creator), 06.05.2025

Gender AI Gap liegt bei 16 Prozent

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich nicht um individuelle Unterschiede, sondern um ein strukturelles Problem handelt. Besonders relevant ist dies, da KI zunehmend zu einer zentralen Ressource im Arbeitsalltag wird. Wer sie regelmäßig nutzt, arbeitet produktiver und hat bessere Chancen auf beruflichen Aufstieg und höhere Einkommen.

Der Unterschied beträgt 16 Prozentpunkte und bleibt selbst bei vergleichbaren Voraussetzungen wie Bildung, Einkommen oder Beruf mit acht Prozentpunkten bestehen.

Auffällig ist, dass die Lücke gerade in Bereichen besonders groß ist, in denen KI intensiv eingesetzt wird und strategische Vorteile bringt. Dort sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Dies kann langfristig nicht nur individuelle Karrierechancen beeinträchtigen, sondern auch dazu führen, dass weibliche Perspektiven bei der Entwicklung und Anwendung von KI seltener berücksichtigt werden.

Auch im internationalen Vergleich schneidet Deutschland schwach ab. Nur rund 20 Prozent der KI-Fachkräfte sind weiblich – einer der niedrigsten Werte in Europa. Dies gilt als Risiko für Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und Chancengleichheit.

Besonders große Lücke bei der Generation Z+

Besonders ausgeprägt ist der Gender AI Gap bei jungen Menschen. In der Generation Z+ nutzt etwa jeder zweite Mann KI intensiv, aber weniger als jede dritte Frau. Ursachen sind unter anderem unterschiedliche Zugänge zu techniknahen Netzwerken sowie frühe Nutzungsvorsprünge bei Männern, die sich im Zeitverlauf verstärken. Damit wächst die Ungleichheit ausgerechnet in der Altersgruppe, die besonders stark von KI geprägt sein wird. 

Strukturelle Ursachen statt individueller Unterschiede

Auch höhere Bildung und Einkommen gleichen die Unterschiede nicht aus. Im Gegenteil: Männer profitieren stärker von entsprechenden Ressourcen, etwa weil sie häufiger in KI-affinen Berufen arbeiten und stärker in informelle Lernnetzwerke eingebunden sind.

Unterschiede zeigen sich zudem je nach Tätigkeit. Während Frauen KI bei Analyseaufgaben teils häufiger nutzen, setzen Männer sie deutlich öfter für Planungsaufgaben ein. Insgesamt reicht das Tätigkeitsfeld allein jedoch nicht aus, um die geschlechtsspezifischen Unterschiede zu erklären.

Weiterbildung reduziert die Lücke deutlich

Für eine gleichberechtigte Nutzung reicht es nicht, lediglich technische Infrastruktur bereitzustellen. Entscheidend ist, dass Unternehmen KI aktiv einführen, klare Regeln schaffen und gezielte Weiterbildungsangebote machen.  
Besonders wirksam sind gezielte Schulungen: Werden Weiterbildungen vom Arbeitgeber finanziert, schrumpft der Unterschied bei intensiver KI-Nutzung auf nur noch einen Prozentpunkt. Eigenständiges Lernen erhöht die Nutzung ebenfalls – allerdings profitieren Frauen davon stärker, nutzen entsprechende Angebote aber seltener.

Unternehmen als Schlüsselakteure

Ein zentraler Antrieb für die Nutzung von KI ist der konkrete Nutzen im Arbeitsalltag, etwa die Entlastung bei monotonen Aufgaben. Dieses Nutzenversprechen wirkt bei Frauen und Männern gleichermaßen. Angst vor Jobverlust hingegen motiviert vor allem Männer stärker zur Nutzung.

Fazit: Aktives Handeln notwendig

Ohne gezielte Maßnahmen droht sich der Gender AI Gap ähnlich wie der Gender Pay Gap langfristig zu verfestigen. Mit klaren Strategien, praxisnaher Einführung von KI und regelmäßiger Weiterbildung können Unternehmen die Lücke fast vollständig schließen und die digitale Teilhabe stärken. 

Link zur Studie „Digital Gender Gap – Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz"