Neue Berufe rund um KI: Welche Jobs entstehen?
Gefragt sind längst nicht mehr nur Programmierer*innen und Data Scientists, sondern auch Menschen aus Beratung, Bildung, Projektmanagement, Kommunikation und Recht.
Auch bestehende Berufe verändern sich
Wichtiger als neue Berufsbezeichnungen ist oft die Veränderung bestehender Tätigkeiten: KI hält zunehmend Einzug in Marketing, Personalwesen, Verwaltung, Bildung, Beratung und Forschung. Eine Analyse von PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt, dass auch in Deutschland KI-bezogene Anforderungen zunehmen: 2025 entfielen rund 1,3 Prozent der deutschen Stellenanzeigen – etwa 125.000 Anzeigen – auf KI-bezogene Positionen. Deutschland entwickelt sich dabei vor allem zu einem KI-Anwendungsmarkt: Gefragt sind nicht nur technische Kenntnisse, sondern zunehmend auch Fähigkeiten zur Integration, Steuerung und verantwortungsvollen Nutzung von KI.
KI eröffnet auch neue Möglichkeiten, vorhandene berufliche Erfahrung mit digitalen Kompetenzen zu verbinden
Im Online-Lexikon BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit sind inzwischen mehrere eigenständige KI-Berufsbilder gelistet – etwa Data Scientist, KI-Manager*in und KI-Engineer. Auch bestehende Ausbildungsberufe wurden mittlerweile angepasst etwa die/der „Fachinformatiker*in - Daten- und Prozessanalyse“. Das Spektrum ist aber deutlich breiter: Unternehmen brauchen sowohl Menschen, die KI-Systeme entwickeln und trainieren, als auch solche, die deren Einsatz organisieren, Ergebnisse kontrollieren, Mitarbeitende schulen oder rechtliche und ethische Fragen klären.
Es entstehen weitere, teils noch junge Tätigkeitsprofile:
- KI-Trainer*in: trainiert KI-Systeme mit Daten und bewertet deren Ergebnisse, um die Qualität zu verbessern
- KI-Governance- und Compliance-Spezialist*in: bewertet Risiken, dokumentiert Prozesse und begleitet den rechtskonformen KI-Einsatz – ein wachsendes Feld angesichts zunehmender Regulierung
- AI-Literacy-Trainer*in: vermittelt Beschäftigten den sicheren Umgang mit KI. Der EU AI Act verpflichtet Unternehmen bereits dazu, die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden zu fördern; die zugehörigen Aufsichts- und Durchsetzungsregeln gelten seit August 2026
- Prompt Engineer / Prompt Designer: entwickelt Eingaben für generative KI – allerdings zunehmend als Teilaufgabe anderer Tätigkeiten statt als eigenständiger Beruf
- AI Product Manager: verbindet technische Möglichkeiten, Geschäftsanforderungen und Nutzerbedürfnisse bei der Entwicklung von KI-Produkten
- AI Ethics / Responsible-AI-Spezialist*in: befasst sich mit Fairness, Transparenz, Datenschutz und möglicher Diskriminierung durch KI-Systeme
- Human-AI-Interaction- / Conversational-Designer*in: gestaltet, wie Menschen mit Chatbots oder KI-Assistenten kommunizieren.
KI-Kompetenz wird zur Querschnittsqualifikation
Die Europäische Trainingsstiftung bezeichnet den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit KI bereits als grundlegende Kompetenz für die Arbeitswelt – ähnlich selbstverständlich, wie es heute digitale Grundkenntnisse sind. Gleichzeitig gewinnen überfachliche Fähigkeiten wie kritisches Denken, Problemlösung und die Bewertung von KI-Ergebnissen an Bedeutung.
Einstieg auch ohne Informatikstudium
Ein Einstieg in die KI-Arbeitswelt führt nicht zwingend über ein Informatikstudium. Vorhandene Kenntnisse aus Kommunikation, Bildung, Verwaltung, Personal, Recht oder Projektmanagement lassen sich mit neu erworbenen KI-Kompetenzen kombinieren.
Für eine erste Orientierung eignet sich beispielsweise das Online-Tool ‘Wissen, was ich kann. Entdecken, wohin ich will’ von KOBRA. Wer bereits einen konkreten Beruf im Blick hat, kann mit dem kostenlosen Job-Futuromat des IAB prüfen, wie stark dieser durch KI beeinflusst wird.
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Links
Bundesagentur für Arbeit – BERUFENET
PwC AI Jobs Barometer 2026
Europäische Trainingsstiftung (ETF)
IW-Kurzbericht: Prompt Engineer zwischen Hype und Realität
EU-Kommission – KI-Kompetenz nach Art. 4 EU AI Act